Gute Gründe, bewusst Bio-Produkte zu kaufen
Jede landwirtschaftliche Tätigkeit steht in direkter Beziehung mit der Natur, d.h. dem Boden, dem Wasser, der Luft und der Sonne und den daraus hervorgehenden und sich ernährenden Pflanzen, Tieren und Menschen. Je nachdem wie die Menschen Landwirtschaft betreiben, fördern oder schädigen sie diese natürlichen Grundlagen.
Die Biolandwirtschaft achtet weitgehend auf einen geschlossenen Kreislauf zum Erhalt der Bodenfruchtbarkeit. Durch angepasste Fruchtfolgen mit organischen Rückständen aus den Pflanzen sowie Dünger von biologisch ernährten und artgerecht gehaltenen Tieren wird ein Humusreservoir aufgebaut mit dem Resultat, dass CO2 im Boden gespeichert wird. Ein humusreicher Boden ist durchlüftet und kann zudem große Mengen Wasser speichern und so Klimaextreme abpuffern; bei Überschwemmungen kann er viel überschüssiges Wasser aufnehmen und bei Trockenheit bietet er umfangreiche Wasserreserven.
Im Unterschied zur konventionellen Landwirtschaft verzichtet Biolandbau auf chemisch-synthetische Dünger und Pestizide. Die Mikroflora im Boden wird damit nicht in ihrer vielseitig abgestimmten Zusammensetzung gestört, und es können aufgrund der Nichtanwendung keine Nitrat- und Pestizidrückstände aus dem Boden ausgewaschen werden.
Während der Einsatz mineralischer Dünger und synthetischer Schädlingsbekämpfungs- und Pflanzenschutzmittel die Artenvielfalt gefährdet, wird beim Biolandbau gerade die Vielfalt der Arten genutzt, um z.B. Schädlingsaufkommen in Grenzen zu halten. Auch der hohe Energieeinsatz für die Herstellung stickstoffhaltiger Mineraldünger wird beim Biolandbau eingespart. Im Biolandbau ist die Gentechnik mit ihren unbekannten Einflüssen auf alle Naturreiche strikt verboten.
In der Biolandwirtschaft werden die Nutztiere respektiert. Anstatt eine große Zahl von Tieren auf kleinem Raum zu halten und langen Transportwegen auszusetzen, haben die Tiere im Biolandbau ausreichend Platz und Bedingungen, um angeborenes und erlerntes Verhalten auszuleben. Sie werden mit biologisch angebautem Futter ernährt unter Verzicht auf antibiotische und hormonelle Leistungsförderer. Kranke Tiere werden, sofern möglich, mit Naturheilverfahren gepflegt. Transportwege werden prinzipiell auf einem Minimum gehalten.
Die luxemburgischen Bio-Verbände DEMETER und BIOLABEL und auch die EU haben diese Grundsätze in Bio-Richtlinien eingearbeitet, die als Basis für die Überprüfung der Betriebe gelten. Alle Bio-Produkte müssen mindestens den EU-Bio-Richtlinien entsprechen.
Bio-Produkte können folgendermaßen gekennzeichnet werden:
Stark gekürzter Auszug aus Agrikultur Oktober 2003 N°9/10
Weitere Informationen zu Bio-Lebensmittel unter:
http://www.oikopolis.lu/de/links/